Gefahrgutübung – Feuerwehren fit für den Ernstfall

24.03.2025
Gefährliche Stoffe und Güter sind ständiger Begleiter in unserem Leben. Gefahrgutunfälle gehören zwar zu den eher seltenen Einsätzen im Feuerwehrbereich, aber sicherlich zu den gefährlichsten und anspruchsvollsten Einsatzszenarien

Durch Gefahrgut - Kreisbrandmeister Armin Rochelt und Kreisbrandinspektor Paul Sporrädle wurden die Aktiven aus dem Löschkreis 1 zunächst theoretisch an einem Schulungsabend in die Materie eingeführt. Der theoretische Bereich beinhaltete Einsatzgrundsätze, Erkennen von gefährlichen Stoffen, ihre Kennzeichnung sowie das Vorgehen an der Einsatzstelle.

Um das recht komplexe Thema unter realen Bedingungen durchzuführen, unterzogen sich die Feuerwehren am vergangenen Montag einer Gefahrgut - Einsatzübung. Annahme war ein Verlade-/Rangierunfall im Ortsteil Bruggach mit einem LKW. Stichwort THL1. Die Lage spiegelte wider, dass Gefahrstoff austritt, Näheres über den Stoff war nicht bekannt.

Gefahrguteinsätze können für jede Feuerwehr anfallen – nicht nur für die Spezialkräfte der Gefahrguteinheiten. Die ersteintreffenden Führungskräfte sind mit solch einer Lage stark gefordert. Daher werden entsprechend der GAMS Regel unaufschiebbare Erstmaßnahmen nach einem Gefahrgutunfall eingeleitet: Gefahr erkennen, Absperrmaßnahmen treffen und Menschenrettung, sofern erforderlich. Das Nachfordern von Spezialeinheiten bedeutet im Landkreis Lindau Alarm für den in Weiler stationierten GW-Gefahrgut sowie die DEKON-P-Einheit in Hergensweiler.

Bis diese vor Ort sind, können schon mal bis zu 30 Minuten vergehen. An der Einsatzstelle wurde zunächst die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und ein Sofortdekon-Platz eingerichtet, um anschließend einen Erkundungstrupp unter Schutzanzug zur Unfallstelle zu schicken. Aus einem Behälter und einem Faß trat ein Medium aus, das in der Folge auch unter Hilfe der Drohne aus Opfenbach ermittelt wurde.

In kurzer Zeit konnte ein weiterer Trupp mit schwerem Schutzanzug zum Einsatz kommen um die Gebinde zu sichern und anschließend den austretenden Gefahrstoff so gut es ging aufzufangen und die Behälter abzudichten.

In der Dekonstrecke konnten alle sich im Einsatz befindenden Personen und Geräte abschließend dekontaminiert werden.